Blogartikel Farbberatung mit KI
Frau mit Smartphone, das ein Farbschema mit Farbkreis zeigt.

Geht das wirklich? Den eigenen Farbtyp bestimmen mit KI?

Auf Insta und Youtube und mittlerweile auch schon auf LinkedIn freuen sich gerade viele InfluencerInnen, weil sie mit ChatGPT viel Geld für eine Farbberatung sparen. Es gibt auch mittlerweile zahlreiche Apps, wo man einfach ein Foto hochlädt und dann seinen Farbtypen erhält und eine Auswahl an Farben, die einem stehen.

Ihre Prompts fangen meistens so an: Du bist die beste Farbberaterin der Welt. Ich lade ein Foto von mir hoch, welcher Farbtyp bin ich und welche Farben stehen mir am besten....

Ich habe mir viele Ergebnisse angeschaut. Ich fand die präsentierten Ergebnisse jetzt nicht so dolle, aber was soll ich als Stiltrainerin auch anderes sagen? 

Der Selbsttests mit Apps wie Dressika, Style DNA oder ergab auch unterschiedliche Ergebnisse. Das gleiche Foto, unterschiedlicher Farbtyp bei unterschiedlchen Apps. Unterschiedliche Fotos in der gleichen App, unterschiedliche Farbtypen.

Warum ist das so? Bei mit ist es so, dass ich ein Mischtyp bin und einfach keinem der 12 Typen entspreche. Meine Haut hat kühle Untertöne, meine Augen sind warm, meine Kontraste eher mittel. Also ein Herbst/Winter/Sommer. Das kriegt keine KI sauber hin. Sie arbeitet mit Wahrscheinlcihkeiten und klaren Zuordnungen. "Dazwischen" ist schwierig. Die Wahreheit ist: Die meisten Menschen liegen genau zwischen den Typen. Und da braucht es dann Erfahrung und ein geschultes Auge und das Gespräch mit der Kundin oder dem Kunden, um zu sehen, was passt. 

Wie gesagt, ich bin Stilberaterin. Und Du wirst Dir auch denken, klar, was soll die auch anderes sagen. Also habe ich eine neutrale Instanz befragt, ChatGPT. Und zwar: Welche Risiken siehst du in einer Farbberatung durch KI? Hier die Antwort:
 

  1. Garbage in, Garbage out: Wenn die Basis wackelt (Licht, Kamera, Weißabgleich, Make-up), wird das Ergebnis zwangsläufig kreativ. Die KI ist dann nicht „unsicher“, sondern baut dir oft eine plausible Story. Die KI sagt, du bist „Soft Autumn“, weil ein Foto warm wirkt. In echt war’s nur die Küchenlampe.
     
  2. Verwechslung von „harmonisch“ mit „richtig“: Vielleicht kommen Farben raus, die nett und unauffällig wirken. Aber manchmal brauchst du mehr Kontrast, mehr Klarheit, mehr „Punch“. Gefahr: Du dressierst dich auf Beige, weil es „nicht falsch“ aussieht. Und wunderst dich, warum du dich darin… naja… beige fühlst.
     
  3. Zu viel Fokus auf „Farbtyp“ – zu wenig auf Stil-Message. Farbe ist ein Hebel, ja. Aber: Du kannst perfekt typgerecht sein und trotzdem nicht nach dir aussehen, wenn Schnitt, Material, Stilrichtung, Anlass und Auftreten nicht stimmen. Gefahr: Du optimierst deine Palette, aber deine Wirkung bleibt zufällig.
     
  4. Kategorien-Korsett statt Entscheidungskompetenz: Menschen lieben Schubladen, weil sie Sicherheit geben. Der Haken: Wenn du „ein Typ“ bist, wird alles zur Regel: Darf ich das? Bin ich noch im Rahmen? Gefahr: Aus Stil wird Gehorsam. Und aus Experiment wird Angst, was „falsch“ sein könnte.
     
  5. Confirmation Bias deluxe: Du liest eine Beschreibung („Soft Autumn = gedämpft, warm, harmonisch“) und plötzlich siehst du dich genau so. Dann suchst du Bilder, die’s bestätigen. Und blendest Gegenbeweise aus. Gefahr: Du baust dir eine Identität aus einem Algorithmus-Text – statt aus echter Beobachtung.
     
  6. Feintuning ohne Fundament: Leute springen direkt zu „Make-up Palette“, „Worst Colors“, „Schwarz-Regeln“ – ohne sauber zu klären: warm oder kühl? Hell oder dunkel? Klar oder gedämpft? Wenig oder viel Kontrast? Gefahr: Du optimierst am falschen Problem.
     
  7. Die „Worst Colors“-Nummer kann richtig fies werden: „Diese Farben stehen dir nicht“ kann bei vielen (gerade, wenn Unsicherheit da ist) direkt ins Selbstbild knallen. Gefahr: Du verknüpfst Farbe mit Wert („ich sehe schlecht aus“), statt mit Technik („so wirkt es – und so kann ich’s lösen“).
     
  8. Shopping wird nicht weniger, sondern anders chaotisch: Selbstanalyse führt zu einem neuen Rabbit Hole. Neue Palette → neue Regeln → neue Käufe → trotzdem keine Outfits.
     

Der wichtigste Aspekt zum Schluß: eine gute Farbberatung besteht aus 2 Teilen. Der Bestimmung Deines Farbtypen und der Übersetzung des Farbytpen in Deine Stilpersönlichkeit. Und der 2. Teil wird viel zu oft vergessen. Die KI kann ihn gar nicht. Was nützt es Dir, wenn rauskommt, dass Du ein heller Sommer bist und nur Pastelltöne tragen sollst und Du bist Gothic? Ist jetzt ein krasses Beispiel, kommt aber vor. Farben haben immer auch eine Symbolik und Bedeutung für dern Träger. Und was nützt mir dir beste Farbtypbestimmung, wenn mir die Farben nicht gefallen oder nicht zu meiner Persönlichkeit passen? Genau das übersetze ich mit Dir gemeinsam in einer Farbberatung. Wir schauen uns ganz genau an, wie Du Farben einsetzen kannst, dass sie zu Dir und zu dem passen, was Du aussagen möchtest.

Ich hab ChatGPT gefragt.  Ein Praxis Check. 

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